Aufhebungsvertrag einfach erklärt

Definition

Ein Aufhebungsvertrag ist eine schriftliche Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, das Arbeitsverhältnis freiwillig zu einem bestimmten Termin zu beenden. Kündigungsfristen und -gründe sind nicht erforderlich. Typische Inhalte: Enddatum, Abfindung, Freistellung und Zeugnisregelung. Wichtig: Der Abschluss löst meist eine zwölfwöchige Sperrzeit beim Arbeitslosengeld aus. Wurde der Arbeitnehmer unter Druck gesetzt oder überrumpelt, kann der Vertrag angefochten werden.

Dr. Nils Bronhofer
Dr. Nils Bronhofer

Fachanwalt für Arbeitsrecht
Mehr als 15 Jahre Erfahrung im Arbeitsrecht

Lesezeit: • Zuletzt aktualisiert: Januar 2026

Einordnung im Arbeitsrecht

Ein Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis einvernehmlich – ohne Kündigung und ohne Kündigungsschutzklage. Vorsicht: Er kann zu einer Sperrzeit beim Arbeitslosengeld führen (bis zu 12 Wochen) und ist nach Unterschrift praktisch nicht mehr anfechtbar.


Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Abwicklungsvertrag: Der Aufhebungsvertrag beendet das Arbeitsverhältnis selbst. Ein Abwicklungsvertrag regelt nur die Folgen einer bereits ausgesprochenen Kündigung.

Änderungsvertrag: Beim Änderungsvertrag bleibt das Arbeitsverhältnis bestehen und nur einzelne Bedingungen werden angepasst. Der Aufhebungsvertrag beendet es vollständig.

Praxistipp

Unterschreiben Sie einen Aufhebungsvertrag niemals sofort. Seit der Rechtsprechung des BAG zum Gebot fairen Verhandelns kann ein unter Druck erzwungener Aufhebungsvertrag angreifbar sein – aber es ist weit besser, vorher anwaltlichen Rat einzuholen als hinterher zu streiten.

Ja, häufig wird eine Sperrzeit verhängt, da das Arbeitsverhältnis aktiv beendet wird. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa wenn ein wichtiger Grund vorliegt.

In der Regel nein. Ein Aufhebungsvertrag ist verbindlich und kann nur in Ausnahmefällen angefochten werden, etwa bei Täuschung oder Druck.

Nein. Es ist in der Regel sinnvoll, den Vertrag vorab prüfen zu lassen, da oft erhebliche rechtliche und finanzielle Konsequenzen damit verbunden sind.

Wichtige Punkte sind Beendigungsdatum, Abfindung, Freistellung, Zeugnisregelung und offene Ansprüche. Unklare oder fehlende Regelungen können später zu Nachteilen führen.

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